Der Gesundheitsbereich wird in absehbarer Zeit patientenfreundlicher und individueller auf den Patienten zugeschnitten, um mehr Menschen zu ermutigen, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Durch neue Tools, Technologien und ausführlichere Informationen soll dieser Veränderungsprozess unterstützt werden. Diese Erkenntnisse gehen aus der heute veröffentlichten HealthCast-Studie „Die Individualisierung des Gesundheitswesens“ des PricewaterhouseCoopers Health Research Institutes hervor. Der Trend spiegelt sich in einer bedeutsamen Änderung der Businessmodelle, regulatorischen Reformen sowie einer Neuausrichtung finanzieller Anreize im Gesundheitsbereich innerhalb der nächsten fünf Jahre wider.
Im Zentrum der weltweiten HealthCast-Studie von PwC stand die Untersuchung von 25 Gesundheitssystemen weltweit. Die Studie identifiziert ein Phänomen sowohl in entwickelten Ländern als auch Schwellenländern: Die in der Studie befragten Regierungs- und Führungskräfte stellten unter Anbetracht der steigenden Gesundheitsausgaben fest, dass jeder einzelne Patient eine größere Rolle im Umgang mit der eigenen Gesundheit spielen muss. Dies ist natürlich unter Anbetracht der weltweiten wirtschaftlichen Lage und dem damit steigenden Druck auf die nationalen Gesundheitssysteme zu sehen.
Knapp 600 Führungskräfte aus Regierung und dem Gesundheitssektor wurden zum HealthCast von PwC befragt:
Allgemein wird angenommen, dass chronische Erkrankungen mit Verhaltensauffälligkeiten sowie sozioökonomischen und genetischen Faktoren verbunden sind, die nicht in die Kontrolle des heutigen Gesundheitssystems fallen. Die Studienergebnisse zeigen, dass soziale, politische, ökonomische und rechtliche Barrieren es erschweren, die Verantwortung für seine eigene Gesundheit zu übernehmen. Um die Patienten am globalen Markt der Gesundheitsbranche für sich zu gewinnen, versuchen die Gesundheitssysteme ihre individuellen Vorlieben und Bedürfnisse zu verstehen und ihre Leistungen entsprechend anzubieten.
Die Studie von PricewaterhouseCoopers, bei der weltweit Führungskräfte der Gesundheitssparte befragt wurden, hat ergeben:
Der Trend im Gesundheitswesen geht laut eigenen Aussagen in Richtung patientenzentrierter Versorgungsstruktur, was jedoch in Wirklichkeit nur für einen Bruchteil zutrifft. Die größten Fortschritte werden in den Ländern erzielt, die Innovation durch Public Private Partnerships forcieren.
Dr. Andrea Kdolsky, Director „Health Care Services“ bei PricewaterhouseCoopers Österreich, sieht zukünftig eine maßgebliche Trendwende in der Individualisierung von Diagnose-, Pflege- und Heilverfahren, die auch in Österreich Einzug hält: „Wir sind mit komplett neuen Anforderungen für das Gesundheitswesen konfrontiert. Deswegen ist es wichtig, dass Menschen, Technologien und Organisationen ins System integriert werden, die bislang nicht eingebunden waren“, so Dr. Andrea Kdolsky, und vertieft ihre Ausführungen zur Veränderung am Gesundheitssektor: „Das System befindet sich im Wandel und das Prinzip „Alles für alle“ – egal ob es benötigt wird oder nicht – ist im Gesundheitswesen nicht mehr gültig. Wir bewegen uns in eine Richtung, in der der Patient mehr Verantwortung für sich und seine Gesundheit übernimmt, ganz nach dem Motto: „Soviel wie nötig, so wenig wie möglich!“
Resümierend kamen die befragten Regierungsvertreter auf einen gemeinsamen Nenner: nämlich den steigenden Gesundheitskosten für die Zukunft mehr Bedeutung zuzumessen. Denn die Einbindung und die Anpassung der Patientenversorgung können einen Mehrwert an Effektivität und Effizienz generieren.
Die Healthcast-Studie befasst sich nicht nur mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, sondern gibt zugleich einen Ausblick auf die Zukunft. Denn bis zum Jahr 2020 werden die Gesundheitssysteme einem starken Druck ausgesetzt sein. Bis dahin werden die Menschen Zugang zu einem neuartigen, netzwerkbasierten Modell der Gesundheitsversorgung, Forschung und Finanzierung erhalten. PwC hat mit der Studie einen Punkt klar dargelegt: Die Individualisierung des Gesundheitssystems ist der Trend der Zukunft.