Weltweit berichten 30% aller Unternehmen von Betrugsfällen innerhalb der letzten 12 Monate. Davon konnten 43% einen Anstieg dieser Fälle innerhalb des genannten Zeitraums beobachten. Vor allem auf Ebene des mittleren Managements hat die Wirtschaftskriminalität stark zugenommen. Dies sind die Ergebnisse der diesjährigen Global Economic Crime Survey von PwC.
Die PwC Crime Survey ist die umfangreichste und fundierteste Survey zum Thema Wirtschaftskriminalität weltweit. Mit dieser Studie veröffentlicht PricewaterhouseCoopers seit 2001 alle zwei Jahre einen umfassenden internationalen Überblick über die Entwicklungen und Trends in der Wirtschaftskriminalität. Außer Ursachen, Art der Delikte und Täterprofil stehen auch Präventionsmaßnahmen, die Verfolgung durch die Unternehmen sowie die Höhe des entstandenen Schadens im Mittelpunkt der Studie. Für die Crime Survey 2009 wurden mehr als 3.000 Unternehmen in 54 Ländern befragt.
„Trotz verstärkter regulativer Maßnahmen und Antibetrugskontrollen ist Wirtschaftskriminalität in Organisationen jeder Größe und in allen Ländern nach wie vor stark verbreitet“, erklärt Dorotea-E. Rebmann, Leiterin des Bereichs Forensic Services bei PwC Österreich. Der Report zeigt außerdem: Das Risiko, Opfer von Wirtschaftskriminalität zu werden, hat sich für Unternehmen in der Krise ganz klar erhöht.
„Der Druck und der Anreiz zu Wirtschaftskriminalität sind gestiegen. In Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs ist es schwieriger, ökonomische Ziele zu erreichen. Die Verlockung, diese Ziele durch Bilanzfälschung z.B. doch zu erfüllen, ist natürlich groß. Vor allem wenn bei Nichterfüllen Boni, Gehalt und Jobs auf dem Spiel stehen“, so Rebmann weiter.
Unterschlagung und Diebstahl rangieren mit 67% ganz klar auf Platz 1 der Wirtschaftsdelikte. Außerdem beliebt: Bilanzfälschung (38%) und Bestechung und Korruption (27%). Weitere relevante Vergehen sind Verletzungen des Intellektuellen Eigentums, Geldwäsche, Steuerbetrug, Insiderhandel und Betriebsspionage.
Am meisten betroffen von Wirtschaftsdelikten war in den vergangenen 12 Monaten die Kommunikationsbranche (46%), dicht gefolgt vom Versicherungssektor (45%), Finanzdienstleistern (44%) und der Freizeitindustrie (42%). Pikantes Detail: Wirtschaftsdelikte kommen zumeist aus den eigenen Reihen des Unternehmens (53%). Dabei beobachtet die Survey eine Veränderung im Täterprofil: Die Delikte auf Ebene des mittleren Managements sind von 26% im Jahr 2007 auf jetzt 42% stark angestiegen, wohingegen Betrugsfälle unter Beteiligung des gehobenen Managements im gleichen Zeitraum von 26% auf 14% zurück gegangen sind.
Interne Kontrollsysteme und gezielte Stichproben können dabei helfen, Wirtschaftskriminalität zu verhindern und aufzudecken. Allerdings: Obwohl Ausmaß und Kosten von Wirtschaftsdelikten steigen, planen fast zwei Drittel der befragten Unternehmen keinerlei Veränderungen in ihrem Präventionsverhalten.