Wirtschaftskriminalität in Österreich: Problembewusstsein gering, Trendwende nicht in Sicht
PricewaterhouseCoopers veröffentlicht Global EconomicCrime Survey 2007
(Wien, 16. Oktober 2007): Nur 4% der in Österreich entdeckten Wirtschaftsdelikte werden von der internen Revision aufgedeckt. Das ist wohl das frappierendste Resultat der vierten
Economic Crime Survey von PricewaterhouseCoopers – vor allem vor dem Hintergrund, dass die Täter am häufigsten aus dem eigenen Unternehmen stammen.
PricewaterhouseCoopers veröffentlicht mit der Economic Crime Survey seit 2001 alle zwei Jahre einen umfassenden internationalen Überblick über die Entwicklungen und Trends in der Wirtschaftskriminalität. Außer Art der Delikte, Höhe des entstandenen Schadens und Täterprofil stehen auch Aufdeckung und Verfolgung durch die Unternehmen sowie die vorhandenen und geplanten Präventionsmaßnahmen im Mittelpunkt der Studie. Für die Global Economic Crime Survey 2007 wurden mehr als 5.400 Unternehmen in 40 Ländern befragt.
Über die internationale Analyse hinaus eröffnet die Global Economic Crime Survey 2007 tiefe Einblicke in aktuelle Tendenzen in der österreichischen Wirtschaftskriminalität. Hierzulande wurden 87 Führungskräfte befragt. „Leider bestätigt das aktuelle Studienergebnis unseren Eindruck, dass in vielen Unternehmen der Bedeutung der internen Revision für die Aufdeckung von Wirtschaftsdelikten.“, berichtet Dorotea-E. Rebmann, Leiterin des Bereichs Forensic Accounting & Investigations bei PwC Österreich. Das ist umso verwunderlicher, als der internationale Trend eindeutig hin zu einer Stärkung der internen Revision und der Integration des Themas Wirtschaftskriminalität in das Risikomanagement geht. Aber: „Die meisten Unternehmen, mit denen wir über Risikoanalysen und eine laufende Überwachung der Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen sprechen, meinen lapidar, ‚Brauchen wir nicht.’ – Dementsprechend plant fast die Hälfte der befragten Unternehmen keine Schritte zur Verbesserung des Schutzes des Unternehmens vor Wirtschaftskriminalität.
Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache“, so Rebmann weiter. Denn wenn die Ziffer der in den letzten zwei Jahren entdeckten Wirtschaftsdelikte in Österreich den Ergebnissen der Studie zufolge leicht zurückgegangen ist (2007: 37%; 2005: 45%), so kann von einer Trendwende noch lange keine Rede sein. Umso pikanter ist das Desinteresse heimischer Führungskräfte für Compliance-Themen, als zumeist langjährige und höherrangige Mitarbeiter Wirtschaftsdelikte begehen. Die PwC-Studie belegt, dass die Schäden deutlich größer sind, wenn die Täter im mittleren oder oberen Management saßen, und dass diese Täter weniger konsequent verfolgt werden. Rebmann: „Dies setzt im Unternehmen das falsche Signal, Die Studie untermauert wissenschaftlich unsere Erfahrung, dass nur die Kombination aus wirksamen Kontrollmaßnahmen und einer klaren
Werthaltung Wirtschaftskriminalität im Unternehmen vermindern kann.“
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