Pressemitteilung
30. Jänner 2006
Die Verkaufzahlen von neuen Dieselautos in Europa steigen weiter an, da die Konsumenten auf der Suche nach Einsparungen bei den Treibstoffkosten von sparsameren Benzinautos umsteigen. Die neuesten quartalsmäßigen Preiserhebungen von PricewaterhouseCoopers und eurocarprice.com zeigen, dass zum Jahresende 2005 Dieselautos 49 % des gesamten europäischen Automarktes ausmachten. Es wird erwartet, dass Diesel Benzin als wichtigsten Treibstoff bei neuen Personenkraftwagen in Europa in Jahr 2006 abzulösen wird.
Im letzten Quartal 2005 stiegen die Preise für Dieselautos weiterhin schneller (um 3,5 % jährlich) als jene für Benzinautos (3,2 %), obwohl die allgemeine Teuerungsrate bei schwachen Umsätzen zurückgegangen ist. Die Anzahl der verkauften Neuwagen fiel in 13 der 19 von PricewaterhouseCoopers untersuchten Ländern. Insgesamt lagen die durchschnittlichen Preise zum Jahresende 2005 um 3,4 % über den Vorjahrespreisen (für das 3. Quartal betrug die jährliche Steigerung 4,4 %), während die Umsatzzahlen des Gesamtmarktes um 0,6 % fielen.
WP/StB Mag. Karl Hofbauer, Partner bei PwC PricewaterhouseCoopers Wien, in diesem Zusammenhang:
“Obwohl die Verkaufszahlen von Dieselautos zweifellos jene von Benzinern im kommenden Jahr überholen werden, wird die Debatte über das endgültige Niveau ihrer möglichen Marktdurchdringung weitergehen. Sie könnten potenziell 55-60 % Marktanteil erreichen, wobei die zusätzlichen Kosten, damit Dieselautos die strengeren Emissionsanforderungen erfüllen, für die Käufer die Zahlung eines Aufschlages gegenüber Benzinautos bedeutet. Die Treibstoffpreise werden ein weiterer Faktor sein. Die Nachfrage nach Dieselmodellen ist tendenziell in jenen Märkten höher, wo der Preisunterschied zwischen Benzin und Diesel am größten ist. Unterschiedliche Besteuerungsniveaus auf Dieseltreibstoff zwischen den Ländern werden immer einen Lenkungsfaktor darstellen.”
Gemäß dem PricewaterhouseCoopers European New Car Price Index – der einzigen umsatzgewichteten Kennzahl von relativen Neuwagenpreisen – ist Dänemark der teuerste Automarkt in Europa, wo Preise für Neuwagen um 91 % über den Durchschnittspreisen der Eurozone liegen. Am günstigsten ist die Schweiz, wo die Neuwagenpreise im letzten Quartal 2005 um 8 % unter den Durchschnittspreisen der Eurozone lagen.
Österreichisches Marktergebnis – Umsatzzahlen bei Dieselautos stehen im Widerspruch zum regionalen Trend
Neuwagenpreise in Österreich stiegen im letzten Quartal 2005 weiterhin langsamer als im europäischen Durchschnitt – mit einer jährlichen Rate von 1,4 %. Insgesamt kostet ein Neuwagen in Österreich um durchschnittlich 3 % mehr als in der Eurozone.
Die größten Preisanstiege waren in den Segmenten der kleinen und kompakten Businessklassewagen zu verzeichnen. Die Preise für Benzinmodelle stiegen langsamer (0,8 %) als jene für Diesel (1,6 %).
Entgegen den europäischen Trends waren die Umsätze bei Dieselautos in Österreich rückläufig (-3,7 %), während die Umsätze bei Benzinmodellen zunahmen (11,4 %). Die Dieselautos konnten jedoch ihren dominanten Marktanteil (66%) verteidigen. Der Gesamtmarkt verzeichnete abermals nur ein sehr geringes Wachstum (1%).
Das Marktwachstum von 32 % fand vorwiegend im Kleinstfahrzeugsegment statt (obwohl dieses Segment in Österreich sehr klein ist). Die Umsätze in allen anderen Segmenten mit Ausnahme des unteren Mittelklassesegments waren rückläufig.
Überblick über sonstige Märkte
Die Automärkte in ganz Europa entwickelten sich sehr unterschiedlich. In den anderen großen fünf Märkten kam es zu einer geringfügigen Zunahme bei den Umsätzen in Deutschland, Spanien und Frankreich, wo die Preisanstiege unter dem europäischen Durchschnitt lagen. Für das zweite Quartal in Folge verzeichnete Italien den größten Anstieg bei Neuwagenpreisen in ganz Europa, die Umsätze gingen jedoch weiter zurück. Neuwagenpreise im Vereinigten Königreich stiegen geringfügig schneller als im europäischen Durchschnitt, der Gesamtmarkt war jedoch im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 4 % rückläufig.
In Skandinavien fand beim Umsatzwachstum jüngst eine Trendumkehr statt. Während Dänemark wieder das größte Marktwachstum in Europa verzeichnete, sanken die Umsätze in Norwegen, Schweden und Finnland. Einzelhandelspreise in Dänemark, Finnland und Norwegen lagen weit über dem europäischen Durchschnitt. Die Preiserhöhungen in Dänemark sind derzeit sehr moderat.
In Osteuropa sind die Umsätze weiterhin schwach, vor allem in Polen, wo der Markt immer noch über 30 % unter dem Vorjahresniveau liegt. Polen ist auch der einzige Markt, wo die Durchschnittspreise sinken. Die Preisanstiege in der Tschechischen Republik und in Ungarn betrugen weniger als 1 % im Jahr.
Erläuterungen an den Herausgeber
- Der europäische Neuwagenpreisindex bietet eine umfassende Analyse der Entwicklungen bei Einzelhandelsfahrzeugpreisen und Umsatzzahlen in 19 europäischen Automärkten. Der Index vergleicht die durchschnittlichen Autopreise in den einzelnen Märkten mit dem Durchschnittspreis in der Eurozone (Index 100). Er analysiert auch 400 Modelle in den einzelnen Märkten nach Treibstofftyp, Segment und Fahrzeugtyp, um Trends bei den Entwicklungen von Preisen und Umsatzzahlen zu verfolgen, wobei auf die von ROADTODATA und Polk Automotive zur Verfügung gestellten Daten zurückgegriffen wird.
- PricewaterhouseCoopers (www.pwc.at) ist die weltweit größte Organisation im Bereich professionelle Dienstleistungen. Mit dem vernetzten Know-how und der Erfahrung von über 130.000 Mitarbeitern in 148 Ländern bietet PricewaterhouseCoopers ein umfassendes Angebot von Prüfungs- und Beratungsleistungen für lokal und international tätige Unternehmen sowie für den öffentlichen Sektor. Die Spezialisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Österreich auf verschiedene Branchen und Märkte gestattet die spezifische Ausrichtung der Beratung und Unterstützung auf jeden individuellen Kundenwunsch. PwC bietet Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung (Assurance), Steuer- und Rechtsberatung (Tax and Legal Services) sowie in der Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung (Advisory).
Mit PricewaterhouseCoopers wird das Netz der Mitgliedsunternehmen von PricewaterhouseCoopers International Limited bezeichnet. Jedes Mitgliedsunternehmen ist eine eigenständige und unabhängige juristische Person.
Folgende Tabellen und Abbildungen finden Sie im PDF-Dokument:
Tabelle 1: Europäische Neuwagenpreise im Vergleich zum Durchschnittspreis in der Eurozone (Einzelhandelspreisindex) und prozentuelle Veränderungen bei Preisen und Umsatzzahlen in den letzten 12 Monaten
Tabelle 2: Österreich und der europäische Neuwagenmarkt: Gesamtentwicklungen bei Preisen und Umsätzen nach Segment und Fahrzeugtyp in den letzten 12 Monaten
Tabelle 3: Analyse der europäischen Umsatzzahlen von Dieselautos (gereiht nach ihrer Marktdurchdringung).
Abbildung 1: Der PricewaterhouseCoopers European New Car Price Index, der die Durchschnittspreise von Neuwagen in 19 europäischen Ländern im Vergleich zum Durchschnittspreis eines Neuwagens in der Eurozone (100) zeigt.
Download:
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